Niedersachen klar Logo

KIP NI-Jahresveranstaltung zu Präventionsnetzwerken in Hannover durchgeführt

Am 13.11.2019 fand im Alten Rathaus in Hannover die dritte Jahresveranstaltung der Kompetenzstelle Islamimusprävention (KIP NI) mit dem Titel „Vernetzt für eine ganzheitliche Islamismusprävention“ statt.

Der Staatssekretär im Niedersächsischen Ministerium für Inneres und Sport, Stephan Manke, der Präsident des Landeskriminalamtes Niedersachsen, Friedo de Vries, und der Niedersächsische Verfassungsschutzpräsident, Bernhard Witthaut, begrüßten die 158 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Sie betonten die Notwendigkeit einer engen interdisziplinären Zusammenarbeit in der Extremismusprävention.

Hartmut Pfeiffer, Leiter Kriminologische Forschung und Statistik im Landeskriminalamt Niedersachsen, arbeitete in seinem Hauptvortrag die Grundbedingungen für eine gelingende vernetzte Extremismusprävention heraus.

Dr. Andreas Schwegel und Lisa Gellert (Geschäftsführung KIP NI) gaben im Anschluss einen Überblick über die Aktivitäten und Arbeitsschwerpunkte der KIP NI 2019.


Im zweiten Teil der Veranstaltung hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Möglichkeit, das Thema „Vernetzung“ in mehreren Impulsen zu vertiefen:


Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung: „Beraten und Netzwerken in der Präventionsarbeit“

Jens Jeitner (Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung) und zwei Beratungskräfte der Beratungsstelle beRATen e. V. thematisierten in ihrem Impuls die Frage, was die Teilnehmerinnen und Teilnehmer von einem Landesakteur in Bezug auf Islamismusprävention erwarten. Im Ergebnis wurde insbesondere der Wunsch nach einem verlässlichen Ansprechpartner, nach speziellen Angeboten für Lehrkräfte und phänomenübergreifenden Informationen deutlich.


Niedersächsisches Kultusministerium: „Netzwerkarbeit im Kontext Schule“

Doerthe Niebaum und Achim Aschenbach von der Niedersächsischen Landesschulbehörde verdeutlichten anhand eines Praxisbeispiels den Umgang mit Radikalisierungsfällen in der Schule. Dabei erarbeiteten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine Netzwerkstruktur von Akteuren und Unterstützung. Wolfsburg wurde als gutes Beispiel eines funktionierenden Netzwerkes herausgehoben.


Niedersächsisches Ministerium für Inneres und Sport:

„Kinder von Rückkehrenden aus Syrien und dem Irak. Eine Herausforderung für spezialisierte Netzwerke“

Der Impuls zu Rückkehrenden behandelte insbesondere das Thema Kindeswohlgefährdung, wobei deutlich wurde, dass noch viele Einzelaspekte einer Klärung bedürfen.


„Netzwerke für Extremismusprävention – wer, wo, was und warum?“

In diesem, von Lisa Gellert (Niedersächsischer Verfassungsschutz) und Heike Ehlers (Landeskriminalamt Niedersachsen) moderierten Impuls wurden die im Titel angesprochenen Fragen näher betrachtet. Dabei wurden die Niedrigschwelligkeit und unkomplizierte Erreichbarkeit lokaler Präventionsangebote besonders betont. In lokalen Netzwerken sollten zudem alle Ebenen der Prävention und alle relevanten Akteure vertreten sein. Bestenfalls ist ein zentraler Ansprechpartner etabliert, beispielsweise in Form einer zentralen Koordinierungsstelle, damit Anfragende ohne mögliche Hürden oder Hemmschwellen Hilfe und Informationen erhalten.


Niedersächsisches Justizministerium: „Welche Bedeutung hat die Zivilgesellschaft bei der Netzwerkarbeit?“

Im Impuls zur Bedeutung von Zivilgesellschaft in der Netzwerkarbeit wurden zunächst zivilgesellschaftliche Projekte im Rahmen des Bundesprogrammes „Demokratie leben!“ vorgestellt. Anhand einer Modellstadt, in der sich eine islamistische Szene etabliert hat, wurde dann mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern durchgespielt, welche Rollen verschiedene Akteure in der fiktiven Situation spielen und welche Aufgaben lokale zivilgesellschaftliche Institutionen erfüllen können.


Einen kreativen Einblick in das Thema Islamfeindlichkeit und Ausgrenzung gab Betül Demir von i,slam.

Im seinem Schlusswort warb Verfassungsschutzpräsident Bernhard Witthaut für die Fortführung des Austausches und für eine noch weiter intensivierte Zusammenarbeit innerhalb der Prävention von Islamismus und Salafismus.

 

 

 

zum Seitenanfang
zur mobilen Ansicht wechseln