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Salafistische Propaganda

Attraktivität des Salafismus

Salafistische Prediger sind oft charismatische Personen, die versiert über moderne Kommunikationswege im Internet mit jungen Menschen kommunizieren. Sie inszenieren sich als Vorbilder und greifen die Bedürfnisse junger Menschen nach Identität, Lebenssinn, Geborgenheit, aber auch das Bedürfnis, provozieren zu wollen, gezielt auf, um sie für ihre Ideologie zu gewinnen. Salafisten bieten jungen, Sinn suchenden Menschen einfache Antworten auf die essentiellen Fragen des Lebens. Dabei teilen sie die Welt in Gut und Böse, verboten und erlaubt (haram/halal) ein. Salafistische Netzwerke bieten diesen Menschen Halt als vermeintliche Ersatzfamilie, die von Gott privilegiert werde. Sie vermitteln jungen Menschen ein Gefühl der Zugehörigkeit und der Überlegenheit. Dabei nutzen Salafisten den Idealismus junger Menschen sowie klassische Generationenkonflikte aus, um sie von ihren Familien zu entfremden und gegen Staat und Gesellschaft aufzubringen.

Rolle des Internets

Salafistische Prediger verbreiten ihre Ideologie nicht nur in einschlägigen Moscheen, sondern insbesondere auch über das Internet. Ihre Onlineangebote, Videos, Schriftstücke sowie Audios dominieren die deutschsprachigen Informationsangebote im Internet über den Islam. Durch die hohe Medienpräsenz erreicht salafistische Propaganda weite Kreise der Gesellschaft in Deutschland. Häufig sind Internetangebote von Salafisten auf den ersten Blick nicht als solche zu erkennen. Internetauftritte von Salafisten sind oftmals mehrsprachig, multimedial, graphisch aufwändig gestaltet und zumeist auf dem aktuellen Stand der technischen Entwicklung, sodass sie ihre Zielgruppe, also vor allem junge Menschen, mit ihrem Angebot erreichen.

Relevant ist das Internet nicht nur für den politischen, sondern auch für den jihadistischen Salafismus. Die im Internet verbreitete Propaganda von jihadistischen Salafisten und die Möglichkeit, sich mit Gleichgesinnten in Online-Netzwerken auszutauschen, ermöglicht es, dass sich Aktivisten und Sympathisanten des globalen, militanten Jihad als Teil einer einzigen Bewegung begreifen. Davon profitieren insbesondere jihadistisch-salafistische Organisationen, die weltweit um Anhänger werben. Sympathisanten können sich über das Internet mit Lehrmaterialien, die von Organisationen wie al-Qaida und dem sogenannten Islamischen Staat zur Verfügung gestellt werden, versorgen, um sich die Fähigkeiten für den militanten Jihad eigenständig zu Hause anzueignen. Solche so genannten "Home Grown“-Terroristen können sich in ihren Heimatländern jihadistisch betätigen, ohne unmittelbar in eine terroristische Gruppierung eingebunden zu sein.

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