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Islamismus

Der Islamismus ist eine politische Ideologie, deren Anhänger sich auf religiöse Normen des Islams berufen und diese politisch ausdeuten. Wichtig ist, deutlich zwischen der Religion des Islams und der politischen Ideologie des Islamismus zu unterscheiden. Islamisten sehen im Islam nämlich nicht nur eine Religion, sondern auch ein rechtliches Rahmenprogramm für die Gestaltung aller Lebensbereiche: von der Staatsorganisation über die Beziehungen zwischen den Menschen bis zum Privatleben jedes Einzelnen.

Islamisten streben Gesellschaften an, die strikt durch die Scharia, die sie als ganzheitliche islamische Rechtsordnung verstehen, organisiert sind. Der Interpretationsspielraum bezüglich dessen, was die Scharia genau beinhaltet, ist groß. Islamisten interpretieren die Scharia als von Gott verordnete Rechtsordnung für Staat und Gesellschaft. Auf Deutschland übertragen würde die Einführung dieser Art der Scharia bedeuten, dass das Grundgesetz, aber auch andere wesentliche Rechtsnormen ersetzt würden. Islamisten richten sich in ihrer politisierten Interpretation der Scharia oft auch gegen die Mehrheit der Muslime, die in diesen islamischen Werten und Regeln ausschließlich einen Leitfaden für ihre religiöse Praxis sehen.

Der Islamismus ist kein homogener Block. Vielmehr gibt es viele verschiedene islamistische Organisationen und Bewegungen sowohl im sunnitischen als auch im schiitischen Kontext.
In seinem Absolutheitsanspruch widerspricht der Islamismus in erheblichen Teilen der verfassungsmäßigen Ordnung der Bundesrepublik Deutschland. Insbesondere werden durch islamistische Ideologien die demokratischen Grundsätze der Trennung von Staat und Religion, der Volkssouveränität, der religiösen und sexuellen Selbstbestimmung, der Gleichstellung der Geschlechter sowie das Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit verletzt.


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