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Situation in Niedersachsen

Das Mitglieder-/Anhängerpotenzial der dem Beobachtungsfeld Islamismus zugeordneten Organisationen und Bewegungen in Niedersachen beträgt rund 1.600 Personen, von denen die Mehrheit dem salafistischen Spektrum zuzuordnen ist. Der Salafismus ist in Niedersachsen wie auch bundesweit die bedeutendste islamistische Bewegung. Weitere niedersächsische Schwerpunkte sind die Muslimbruderschaft, die Tablighi Jama´at, die Hizb Allah und die Millî Görüş-Bewegung.

Die auch als "ideologische Mutterorganisation des politischen Islams“ bezeichnete Muslimbruderschaft (MB) versucht, mit ihrer Strategie der kulturellen Durchdringung der islamischen Staaten die gesellschaftlichen Voraussetzungen zur Etablierung islamistischer Staatsmodelle zu schaffen. Die MB verfolgt auch in Niedersachsen ihren Ansatz der kulturellen und ideologischen Durchdringung. Dementsprechend übt die MB ihren Einfluss auf Moscheen in Niedersachsen in Braunschweig, Göttingen, Hannover und Osnabrück aus.

Die Tablighi Jama´at (TJ, "Gemeinschaft der Missionierung und Verkündung") wurde im letzten Jahrhundert als Missionsbewegung gegründet. Langfristiges Ziel ist die Errichtung eines islamistischen Regimes. Niedersächsische Anhänger der TJ sind an das globale Netzwerk der TJ angeschlossen. Von Niedersachsen ausgehende Missionsreisen werden aus der Masjid El Ummah-Moschee im Pakistanzentrum in Hannover nach entsprechender Vorgabe koordiniert. Die niedersächsischen TJ-Anhänger beteiligen sich insbesondere an regelmäßig stattfindenden bundes- und europaweiten Treffen, auf denen u. a. organisatorische Entscheidungen der Bewegung getroffen werden.

Die libanesisch-schiitische Organisation Hizb Allah ("Partei Gottes") bekämpft mit terroristischen Mitteln den Staat Israel, richtet ihre Propaganda aber auch gegen westliche Institutionen. In Niedersachsen sind Anhänger und Sympathisanten der Hizb Allah in mehreren Vereinen organisiert, die die Pflege und Verbreitung der libanesischen Kultur und die Ausübung ihrer Religion als Zweck und Ziel in der Satzung angegeben haben, so u. a. in Hannover, Osnabrück, Uelzen und in Südniedersachsen. Aktivitäten sind auch im niedersächsischen Umland Bremens zu beobachten.

Dem Bereich des Islamismus zuzuordnen ist auch die Millî Görüş-Bewegung. Sie umfasst als Sammelbeobachtungsobjekt neben der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG) die Erbakan-Stiftung, die Saadet Partisi (SP, "Partei der Glückseligkeit"), die Zeitung Millî Gazete und die Organisation Ismail Ağa Cemaati (IAC). Der niedersächsische Verfassungsschutz hat 2014 die Beobachtung der IGMG eingestellt, beobachtet aber im Rahmen des Sammelbeobachtungsobjektes Millî Görüş-Bewegung die anderen o. g. Organisationen.

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